Vorstand | Periode 2020 bis 2022

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1. Vorsitzender: Dr. des. Marco Brenneisen

Seit 2009 bin ich ehrenamtlich im Verein KZ-Gedenkstätte Sandhofen (Mannheim) aktiv, wo ich das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden bekleide. Seit 2017 bin ich darüber hinaus als Mitarbeiter des MARCHIVUM (ehemals Stadtarchiv-Mannheim-ISG) für die wissenschaftliche und organisatorische Betreuung der Gedenkstätte zuständig. Ich bin Dipl.-Sozialwissenschaftler und Historiker und habe 2019 an der Universität Mannheim meine Dissertation vorgelegt, in der ich die „Nachgeschichte“ der Außenlager des KZ Natzweiler in Südwestdeutschland sowie die erinnerungskulturellen Entwicklungen in diesen Orten seit 1945 analysiert habe. Die Geschichte der Natzweiler-Außenlager ist mir daher ebenso vertraut wie die Gedenkstättenlandschaft in Südwestdeutschland; zumal ich seit 2016 Mitglied des Sprecherrats der Landearbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen in Baden-Württemberg (LAGG) bin. Dem VGKN-Vorstand gehörte ich im vergangenen Jahr als stellvertretender Vorsitzender an.

Ich freue mich, künftig als 1. Vorsitzender des VGKN wirken und die von Dorothee Roos mit unermüdlichem Engagement geleistete Arbeit fortsetzen zu dürfen. Mir ist es wichtig, die Vernetzung, Kooperation und den Austausch der Gedenkstätten untereinander zu verstetigen und die Wahrnehmung der Gedenkstättenlandschaft in der Öffentlichkeit durch gemeinsame Projekte zu fördern. Zugleich soll die erfolgreiche deutsch-französische Zusammenarbeit mit dem CERD und anderen Partner*innen fortgeführt werden. Mittelfristig wird daher die Weiterentwicklung der Natzweiler-Datenbank von VGKN, CERD und Prof. Robert Steegmann (Strasbourg) zu meinen Hauptaufgaben im Vorstand zählen.

Perspektivisch wünsche ich mir, die Kooperationen im Bereich der Forschung sowie der historisch-politischen Bildungsarbeit auf andere Länder, insbesondere Polen, ausweiten zu können.

2. Vorsitzender: Dr. Tobias Markowitsch

Seit 1993 bin ich aktives Mitglied der KZ Gedenkstätte Neckarelz e.V. und hatte in den vergangenen rund 25 Jahren die Möglichkeit, Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte des Lagers Neckarelz und seines Stammlagers Natzweiler-Struthof in vielfältiger Weise zu erleben, zu erforschen und zu gestalten. Neben Ausstellungskonzeptionen, Archivbesuchen, Jugendprojekten und Zeitzeugengesprächen verfasste ich zusammen mit Kattrin Zwick eine umfangreiche Gesamtdarstellung über das Lager Neckarelz (Goldfisch und Zebra – Die Geschichte des Konzentrationslagers Neckarelz – Außenkommando des KZ Natzweiler-Struthof, 2. Auflage 2011). Der Schwerpunkt meiner 2018 veröffentlichten Dissertation lag auf der Nachkriegsgeschichte des Verlagerungsprojektes A8/Goldfisch („Verlagert – demontiert – ausgeschlachtet: Goldfisch 1944-1974. Vom NS-Rüstungsbetrieb zur Maschinenfabrik Diedesheim).

Ziel meiner Arbeit im VGKN ist es, Lehrkräfte mit der Thematik „Natzweiler-Struthof und seine Außenlager“ vertraut zu machen – durch die Konzeption von Unterrichtsmaterialien und Fortbildungen, in der Begleitung von Projekten und einer Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit mit thematischen Bezügen und verschiedenen Kooperationspartnern.

Schatzmeister: Dr. Albrecht Dapp

Schon seit meiner Kindheit hat mich die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit beschäftigt – angesichts der Betroffenheit meiner Familie durch die Krankenmorde der Nationalsozialisten. Seit ich 1986 nach Spaichingen kam widmete ich mich auch, soweit es meine Spielräume neben meinem Beruf als Chefarzt in einer kleinen Klinik erlaubten, zusammen mit einigen Mitbürgern dem Gedenken an das 1944-1945 dort existierende Natzweiler-Außenlager. Als Vertreter dieses zunächst nur losen Zusammenschlusses nahm ich 2016 an der Gründung des VGKN teil und übernahm auf Vorschlag der beiden damaligen Vorsitzenden Dorothee Roos und Brigitta Marquart-Schad das Amt des Schatzmeisters. Um auch vor Ort die Gedenkstättenarbeit in Spaichingen zu intensivieren gründeten wir 2018 in Spaichingen eine „Initiative KZ-Gedenken“ als Verein.

Die Arbeit als Schatzmeister in der Aufbauphase des VGKN und die vielfältigen damit verbundenen Herausforderungen und Informationen sind reizvolle Aufgaben und bringen vielfältige Anregungen, nun, da ich mich als Ruheständler auch weiteren Interessen außerhalb der Medizin widmen möchte. Ich möchte gerne dazu beitragen, dass die vielfältigen Projekte dieser wichtigen Gedenkarbeit erfolgreich weitergeführt werden können.