Projekte 2020

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Transnationale Website www.natzweiler.eu

Ein gemeinsames, mehrsprachiges Webportal von VGKN und CERD wird erstellt. Es soll für alle NutzerInnen  das „Netzwerk Natzweiler“ sichtbar machen – auf der Ebene der  Lager von damals wie der Gedenkstätten  von heute.  Es ersetzt nicht die individuellen Websites der Stätten.

Im Jahr 2018 begannen die Arbeiten am Webportal, es wurde Anfang 2020 in seinen Grundzügen fertig gestellt.

Dieses Webportal wurde mit Informationen zur Geschichte des KZ Natzweiler und seiner Außenlager sowie zu den links- und rechtsrheinischen Gedenkstätten gefüllt. Die  Mediathek zum Lagerkomplex Natzweiler strebt auf längere Sicht Vollständigkeit an – sie wird immer weiter wachsen.
NutzerInnen können eine Häftlingsliste finden und erhalten Informationen zur Nutzung der dazugehörigen Datenbank.  Das Webportal ist dreisprachig (Deutsch, Französisch, Englisch). Das Portal richtet sich an ein europäisches Publikum aller Altersklassen. Gleichzeitig bildet es eine zentrale Plattform, um grenzüberschreitende Kooperationsprojekte (Kunst-, Schüler-, Jugendprojekte) vorzustellen, zu bewerben  und deren Ergebnisse vorzustellen.  

Natzweiler Häftlingsdatenbank

Auf der Grundlage des Werks von Dr. Robert Steegmann haben die Natzweiler-Gedenkstätten zu Namen und Lebensgeschichten ehemaliger Häftlinge geforscht – und tun dies noch immer. Die Information wurden in einer Datenbank zusammengeführt werden.

Sie richtet sich an Familien ehemaliger Opfer ebenso wie an ForscherInnen und soll online zur Verfügung gestellt werden. Derzeit können bereits die Gedenkstätten mit einer SQL-basierten Datenbank arbeiten.

Um diese Datenbank mit ca. 52.000 Datensätzen zu  erstellen, wurden bislang zwei Werkverträge vergeben, finanziert von Bund, dem Land Baden-Württemberg und dem Office National des Anciens Combattants et Victimes de Guerre (ONACVG).

Zu lösen waren bei der Erstellung der Datnebank dabei zahlreiche Probleme, wie beispielsweise unterschiedliche Schreibweisen von Namen als auch diffizile datenschutzrechtliche Fragen. Zum wissenschaftlichen Austausch hierüber wurde der Werkvertragsnehmer André Heck über Mittel des VGKN zu einem internationalen Datenbank-Kolloquium der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel entsandt.

Eine Steuerungsgruppe aus Historikern aus Deutschland und Frankreich und einem Informatiker begleitet die Arbeit an der Datenbank.

(VERSCHOBEN wegen Corona-Pandemie) Gemeinsame Gedenkveranstaltung zum Jubiläum „75 Jahre Befreiung der Lager“

Zum 75. Jahrestag des Endes der Lager auf der rechten Rheinseite planten die baden-württembergischen Gedenkstätten für den 4. und 5. April 2020 (wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben, das neue Veranstaltungsdatum ist noch nicht bekannt) eine gemeinsame Gedenkfeier. Sie sollte am Standort des ehemaligen Kranken- und Sterbelagers Vaihingen-Enz stattfinden.

Die Veranstaltung sollte zweiteilig sein: Am Abend des 4. April sollte es historische Beiträge und Bilder zum „doppelten Ende“ des Konzentrationslager Natzweiler und der Befreiung des Außenlagers Vaihingen/Enz geben.

Zum historischen Kontext: Das „erste Ende“ von Natzweiler fand im Herbst 1944 statt, als alle linksrheinischen Lager evakuiert wurden. Am 25. November 1944 entdeckten US-Truppen das leere Hauptlager. Das „zweite Ende“ fiel ins Frühjahr 1945. Die Häftlinge der verbliebenen knapp 30 rechtsrheinischen Außenlager wurden auf  Todesmärsche geschickt. Nur bei einem einzigen Lager kann man von „Befreiung“ sprechen: am 7. April 1945 standen  französische Truppen entsetzt vor den todkranken und sterbenden Menschen des Außenlagers Vaihingen/Enz. Am Sonntagmorgen des 5. April sollten sich laut Planung deutsche und französische Gäste zur Gedenkfeier auf dem KZ-Friedhof Vaihingen-Enz treffen.